Karel Gott, Jára Cimrman und der Umgang mit Flüchtlingen

10-11-2015

Ein Genesungswunsch für Karel Gott, Kommentare zum Umgang mit Flüchtlingen in Tschechien sowie Informationen zum fiktiven tschechischen Genie Jára Cimrman: dies alles erwartet Sie in der heutigen Ausgabe des Hörerforums.

„Die Erfindung des Verderbens“„Die Erfindung des Verderbens“ Ahoj und herzlich Willkommen zum Hörerforum! Viele Briefe, Postkarten und Emails haben Sie uns auch in den vergangenen Wochen wieder geschickt. Herzlichen Dank dafür! Beginnen wollen wir aber – wie in der ersten Hörerpostsendung des Monats üblich – mit der Quizfrage. Sie wird gleich gestellt:

Im November 1910 wurde ein bedeutender tschechischer Filmregisseur, Drehbuchautor und bildender Künstler geboren. Er gilt als einer der Begründer des tschechischen Animationsfilms. Seine größten Erfolge feierte er mit Filmen wie „Reise in die Urzeit“ und „Die Erfindung des Verderbens“, die aufgrund ihrer innovativen Tricktechnik Kultstatus erlangt haben. Kennen Sie den Namen des Künstlers?

Budweiser Budvar (Foto: Rude, CC BY-SA 4.0)Budweiser Budvar (Foto: Rude, CC BY-SA 4.0) Die Frage war lang, die Antwort besteht aber nur aus zwei Wörtern. Schreiben Sie den Namen an cr@radio.cz. Im Oktober haben wir nach der weltbekannten Biermarke gefragt, die in České Budějovice / Budweis produziert wird. Und die richtige Antwort heißt Budweiser Budvar. Ein Sachpreis geht unter anderem an Horst und Monika Kuhn aus Hamburg.

Ein besonderer Dank geht wie immer an all diejenigen, die uns Empfangsberichte gesendet haben. Diesmal haben Sie ihre Empfangsberichte oft auch mit einer kurzen Nachricht ergänzt. So zum Beispiel Dieter Sommer aus Eisleben:

„Sehr geehrtes Team von Radio Praha, heute wieder ein Empfangsbericht für Sie. Immer wieder höre ich gern Ihren Sender mit dem sehr informativen Programm. Machen Sie weiter so!!!“

Foto: CzechTourismFoto: CzechTourism Danke, Herr Sommer. Wir werden uns bemühen. Johannes Wenzel aus Bad Lobenstein hat geschrieben:

„Hallo liebes Team der deutschen Redaktion, heute wieder ein Empfangsbericht von mir. Ich informiere mich fast täglich über die Ereignisse auf der Webseite. Ich bitte um eine QSL-Karte.“

Wir werden sie gerne an Sie schicken. Und Günter Pickert aus Zirndorf:

„Hallo Radio Prag! Die schönsten Grüße aus Deutschland sendet Ihrer Radiostation Ihr Hörer Günter. Ihr Programm gefällt mir sehr. Weiterhin alles Gute und viel Erfolg.“

Karel Gott (Foto: Offizielle Facebook-Seite von Karel Gott)Karel Gott (Foto: Offizielle Facebook-Seite von Karel Gott) Auch wir wünschen Ihnen nur das Beste, Herr Pickert.

Andere Hörerinnen und Hörer haben uns mit etwas ausführlicheren Briefen und E-Mails bedacht. Darunter zum Beispiel Martina Pohl aus Überlingen:

„Liebe Redaktion von Radio Prag, herzlichen Dank für die schöne QSL-Karte und das beigelegte Souvenir. Im heutigen Tagesecho wurde unter anderem auch über den ernsthaften Gesundheitszustand von Karel Gott berichtet. In diesem Fall kann man ihm nur wünschen, dass er diese heimtückische Erkrankung besiegen kann. Ich glaube, in Deutschland liegt sein Bekanntheitsgrad bei 97 Prozent. Seit Jahrzehnten ist der Sänger und Entertainer eine feste Institution in der Musikbranche. Über diesen langen Zeitraum, der bis heute anhält, konnte die ‚Goldene Stimme aus Prag‘ sein Publikum mit seinen Melodien stets begeistern. Das Lied, welches am Anschluss der Sendung von Karel Gott in tschechischer Sprache gespielt wurde, habe ich mir sogar mehrmals angehört.“

Foto: ČTKFoto: ČTK Hans Joachim Pellin aus Lübz hat gleich zwei Empfangsberichte auf einmal an uns geschickt. Zum ersten schrieb er zu:

„Meine Meinung zur derzeitigen Flüchtlingskrise hatte ich Ihnen schon einmal geschrieben. Viel hat sich noch nicht geändert mit der Lösung der Flüchtlingskrise innerhalb der EU. Wenn ich mich nicht täusche, hat man sich bei der Verteilung von Geldern innerhalb der EU immer schneller geeinigt als jetzt bei der Flüchtlingsfrage. Es scheint so, dass die Wertegemeinschaft Europa bei einigen nur solange existiert, als es bei Lippenbekenntnissen für Leistungen der EU bleiben kann. Aber letztendlich bin ich mir sicher, das Problem kann nur und wird auch nur innerhalb der EU gelöst werden können.“

Erster tschechoslowakischer Staatspräsident Tomáš G. Masaryk (Mitte). Foto: Josef Jindřich Šechtl, CC BY-SA 3.0Erster tschechoslowakischer Staatspräsident Tomáš G. Masaryk (Mitte). Foto: Josef Jindřich Šechtl, CC BY-SA 3.0 Und außerdem hat Herr Pellin noch die Samstagssendung gehört. Im Geschichtskapitel haben wir über die Hypothese berichtet, dass der erste tschechoslowakische Staatspräsident ein Sohn des österreichischen Kaisers Franz Joseph gewesen sein könnte. Der Beitrag im Kultursalon war dem erfundenen tschechischen Genie Jára Cimrman gewidmet:

„Die Sendung hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichten mit Masaryk und Jára Cimrman waren sehr interessant. Es sind schon einige Zufälle im Leben des tschechischen Präsidenten, die darauf hindeuten könnten. Auf jeden Fall sehr interessant. Auch die Geschichte des Herrn Jára Cimrman war mir noch nicht bekannt.“

Ladislav Smoljak (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)Ladislav Smoljak (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag) Zu Jára Cimrman hat auch Günther Zotter einen Kommentar auf unserer Facebook-Seite platziert:

„In Znaim / Znojmo und Gnadlersdorf / Hnanice hab ich je eine Gedenktafel für den Herrn Cimrman gefunden.“

Und Günther Bauernfeind hat uns per E-Mail auf eine einzigartige Inszenierung in Deutschland aufmerksam gemacht:

„Sehr geehrte Damen und Herren, Sie haben vor einigen Tagen über die ‚Sensation‘ berichtet, dass der ‚unübersetzbare‘ Cimrman in englischer (westlicher) Sprache aufgeführt wird. Ich darf Sie darauf hinweisen, dass wir das schon Jahre zuvor in Deutschland gemacht haben, in Abstimmung mit dem leider bereits verstorbenen Ladislav Smoljak und der zuständigen Agentur aurapont.“

Der Mord im Saloncoupé (Foto: YouTube)Der Mord im Saloncoupé (Foto: YouTube) Herr Bauernfeind verweist auf die Aufführung des Stücks Vražda v salónním coupé – Der Mord im Saloncoupé, das er selbst ins Deutsche übertragen hat. Die Schauspieler der Laientheatergruppe Vogelfrei aus Viechtach in Bayern brachten im Mai 2011 die Welturaufführung auf die Bühne. Es handelte sich damals um die zweite Aufführung eines Theaterstücks „von“ Jára Cimrman in einer Fremdsprache, nach der Inszenierung des „Akts“ in Polen. Vielen Dank, Herr Bauernfeind, für diesen Hinweis.

Auch nach der Zeitumstellung sei der Empfang unserer Sendungen via Internet unverändert gut, bemerkt Fritz Andorf aus Meckenheim in seinem Brief. Man müsse sich nicht einmal an eine neue Sendezeit gewöhnen, denn die Sendungen kämen weiter zu den gewohnten Zeiten, bezogen auf die Ortszeit, lobte er. Des Weiteren widmet er sich dem Programm:

Foto: Daniela Vrbová, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Daniela Vrbová, Archiv des Tschechischen Rundfunks „Auch in Ihren Programmen spielt die aktuelle Flüchtlingsproblematik eine Rolle, so in den Nachrichtensendungen sowie im Tagesecho-Beitrag am 29. 10. über das für Familien wenig geeignete tschechische Auffanglager, aus dem nach einer EU-Entscheidung eine afghanische Familie ausquartiert wurde. Ich glaube, man tut in Tschechien wohl alles, damit die Flüchtlinge einen großen Bogen um das Land machen. Selbst der tschechische Staatspräsident schreckt sie mit seinen unerträglichen Äußerungen ab. Christliche Nächstenliebe sieht da wohl anders aus.“

Interessant fand Herr Andorf den Bericht über ein Erziehungsprojekt in Form einer Volleyballschule. Dafür könne dem Gründer und Leiter wohl nicht genug gedankt werden, stellt er fest und setzt fort:

Orgelbauwerkstatt Klais in Bonn (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F023327-0012 / Gathmann, Jens / CC-BY-SA 3.0)Orgelbauwerkstatt Klais in Bonn (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F023327-0012 / Gathmann, Jens / CC-BY-SA 3.0) „Im ‚Spaziergang durch Prag‘ wurde über die Ausschreibung für eine neue Orgel im Veitsdom berichtet. Ich hoffe, dass sich unter den deutschen Bewerbern auch die Firma Klais aus Bonn befindet und vielleicht sogar zum Zuge kommt. Diese Firma hat bereits in aller Welt große Orgeln gebaut, so im Kölner Dom, in Indonesien, China, England und sogar in der großen Hallgrims-Kirche in Reykjavik, die ich während meiner Islandreise im Juni besucht habe.“

Soweit Fritz Andorf aus Meckenheim. Abschießend bemerkt er noch:

„Übrigens gefielen mir die Lieder mit dem Spiritualquintett am Schluss der Sendungen sehr gut.“

Und das war’s für heute. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen, Lob oder Kritik haben, dann schreiben Sie uns per Post an Radio Prag – deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an deutsch@radio.cz. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften. Machen Sie es gut, und auf Wiederhören in zwei Wochen!

10-11-2015