Mozart, Brahms und USA-Tournee: PKF - Prague Philharmonia eröffnet die neue Saison

17-09-2016

Das Orchester wurde 1994 vom jetzigen Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie, Jiří Bělohlávek, gegründet. Damals hieß es die Prager Kammerphilharmonie. Inzwischen wurde der Name in „PKF – Prague Philharmonia“ geändert, wie der renommierte Prager Klangkörper auch heute noch heißt. Seit der vergangenen Saison hat das Orchester einen neuen Chefdirigenten und Musikdirektor – Emmanuel Villaume. Er beteiligte sich an der Zusammenstellung des Konzertprogramms für die neue Saison, die am 26. September eröffnet wird.

Emmanuel Villaume (Foto: Archiv der Prague Philharmonia)Emmanuel Villaume (Foto: Archiv der Prague Philharmonia) Radim Otépka ist Direktor der Prague Philharmonia. Er lobt sehr die Zusammenarbeit mit Emmanuel Villaume, der seit einem Jahr Chefdirigent und Musikdirektor des Orchesters ist:

„Die Arbeit mit Emmanuel ist sehr gelungen. Dies ist keine Floskel. Seitdem ich Orchesterdirektor der Prague Philharmonia bin, verfolge ich sehr aufmerksam die Arbeit des Chefdirigenten mit den Orchestermitgliedern sowie dessen Beziehung zu den Musikern. Ich bin davon überzeugt, dass es hier einen gegenseitigen Respekt des Dirigenten gegenüber dem Orchester und umgekehrt gibt. Die Philharmoniker sprechen mit dem Chefdirigenten nicht nur über die Musik, sondern auch über andere Aspekte, die mit dem Orchester zusammenhängen.“

Musikalische Dialoge mit Pahud, Mayer, Dohr

Als das Management mit dem Musikdirektor und dem Orchester über die neue Saison beraten hat, kamen sie auf eine besondere Idee. Sie wollten Konzerte veranstalten, bei denen ein Orchestermitglied als Solist gemeinsam mit einem renommierten ausländischen Musiker auftritt. So werden in den nächsten Monaten die Philharmoniker beispielsweise zusammen mit dem Flötisten Emanuel Pahud aus der Schweiz, dem deutschen Oboisten Albrecht Mayer oder dem deutschen Hornisten Stefan Dohr spielen. Orchesterdirektor Otépka:

Radim Otépka (Foto: Gerald Schubert)Radim Otépka (Foto: Gerald Schubert) „Es handelt sich dabei um keine musikalische Konfrontation. Viel mehr um einen Austausch, einen Dialog, den unsere Musiker auf den Podien führen werden, die wir für die Haupt-Abonnementreihe A ausgesucht haben. Ich schätze den Mut unserer Orchestermitglieder sehr. Denn sie sind hervorragende Musiker, aber eigentlich keine echten Solisten, die ein Hundert Solokonzerte in ausverkauften Konzerthallen haben. Ich bin genauso wie der Chefdirigent davon überzeugt, dass es für die Musiker motivierend ist, mit einem international renommierten Virtuosen auf demselben Podium zu stehen.“

Eines der Hauptthemen der Konzertdramaturgie sei der 260. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart, sagt Orchesterdirektor Otépka.

„Schon seit Jahresbeginn spielen wir bei den Konzerten Mozarts Werke. Der wichtigste Beweggrund ist der Jahrestag. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Prague Philharmonia mit Mozarts Kompositionen groß geworden ist. Mozarts Werke werden während der ganzen neuen Saison erklingen. Auf dem Programm werden außerdem auch Stücke von Johannes Brahms nicht fehlen. Denn am 3. April 2017 sind 120 Jahre seit dem Tod des Komponisten vergangen. In der vorherigen Saison stand die französische Musik im Blickpunkt, Brahms stellt einen Gegenpol dazu dar.“

Gegenwartskomponisten und ihre Lehrer

Rudolfinum (Foto: Kristýna Maková, Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)Rudolfinum (Foto: Kristýna Maková, Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag) Die Konzerte der Hauptreihe werden überwiegend im Rudolfinum veranstaltet, das Eröffnungskonzert findet jedoch im Spanischen Saal der Prager Burg statt. Die Prague Philharmonia hat für dieses Jahr auch einen Kammerzyklus vorbereitet. Die Kammerkonzerte werden im Tschechischen Museum für Musik stattfinden. Das Leitmotiv der Konzertreihe sei ein Dialog verschiedener Musikstile quer durch die Jahrhunderte, erzählt Radim Otépka und macht auf eine neue Serie aufmerksam:

„Ein weiterer Konzertzyklus konzentriert sich auf die Gegenwartsmusik. Das Motto der Reihe lautet ‚Dualismus im tschechischen 21. Jahrhundert‘. Bei den Konzerten wird in der Regel ein jüngerer Komponist mit seinem Lehrer einen nicht nur musikalischen Dialog führen. Es werden Werke von führenden tschechischen Komponisten erklingen – wie Miroslav Srnka, Petr Wajsar oder Petr Kotík.“

80 Tage auf Tournee

Gautier Capuçon (Foto: YouTube Kanal von Fondation Louis Vuitton)Gautier Capuçon (Foto: YouTube Kanal von Fondation Louis Vuitton) Das Orchester PKF – Prague Philharmonia wird während der neuen Saison mehr als 80 Tage auf Tournee im Ausland verbringen. Dazu der Leiter der Konzertabteilung Martin Cikánek:

„Die Haupttournee der Saison ist für das Orchester im Januar nächsten Jahres. Es wird einen Monat lang Konzerte in den USA geben – auf Florida, im Mittleren Westen und in Kalifornien. In den USA wird die Philharmonie mit namhaften Solisten auftreten – mit dem französischen Cellisten Gautier Capuçon und der US-amerikanischen Violinistin Sarah Chang. Beide werden die Werke von Antonín Dvořák spielen. Der hervorragende US-amerikanische Pianist Andrew von Oeyen wird Ravels Klavierkonzert in G-Dur spielen. Es wird die erste so große USA-Tournee der Philharmoniker sein.“

Anna Netrebko (Foto: Simon Wedege Petersen, CC BY-SA 3.0)Anna Netrebko (Foto: Simon Wedege Petersen, CC BY-SA 3.0) Doch auch Auftritte im Nahen Osten sind geplant. Das Orchester arbeitete bereits in der Vergangenheit mit dem Royal Opera House im Oman zusammen. Die Prague Philharmonia werde vermutlich rund 40 Tage in dem arabischen Land verbringen, erzählt Martin Cikánek.

„Das Orchester erwarten dort Konzerte mit der glänzenden Sopranistin Anna Netrebko. Den britischen Bariton Simon Keenlyside wird das Orchester beim Neujahrskonzert im Oman begleiten. Im dortigen Opernhaus wird die Philharmonie zudem zwei Ballettinszenierungen einstudieren: eine mit dem Boris-Eifman-Ballett aus St. Petersburg und die andere mit dem American Ballet Theatre aus New York.“

Juan Diego Flórez (Foto: Public Domain)Juan Diego Flórez (Foto: Public Domain) Die Prague Philharmonia arbeitet oft mit namhaften Opernsängerinnen und Sängern zusammen. Darunter beispielsweise Rolando Villazón, Plácido Domingo oder Juan Diego Flórez. In der neuen Saison erwartet das Orchester auch eine Europa-Tournee mit der hervorragenden deutschen Sopranistin Diana Damrau. Dazu Martin Cikánek:

„Ein Konzert der Tournee mit Diana Damrau wird nächstes Jahr in Prag stattfinden. Danach spielen wir in Dresden, Krakau, München, Frankfurt und Baden-Baden. Die Tournee wird in der neuen Halle der Elbphilharmonie in Hamburg enden. Die Konzerte der Tournee wird unser Chefdirigent Emmanuel Villaume leiten. Er arbeitet mit Diana Damrau regelmäßig zusammen. Zuletzt in Massenets ‚Manon‘ in der Metropolitan Opera in New York.“

PKF - Prague Philharmonia (Foto: YouTube)PKF - Prague Philharmonia (Foto: YouTube) Die Prague Philharmonia wird demnächst auch die lettische Mezzosopranistin Elina Garanča oder den britischen Bassbaríton Bryn Terfel bei ihren Konzerten in Prag begleiten.

Das Orchester PKF – Prague Philharmonia wird die Saison am 26. September mit einem Konzert im Spanischen Saal der Prager Burg feierlich eröffnen. Auf dem Programm stehen Werke von Antonio Salieri, Domenico Cimarosa, Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms.

17-09-2016