Anklagen in deutsch-tschechischem Müllskandal erhoben

04-08-2006

Im deutsch-tschechischen Müllskandal hat die Justiz in Prag am Freitag Anklage gegen 30 Verdächtige erhoben, darunter auch ein Deutscher. Ihnen wird vorgeworfen, in großem Stil Abfall aus Deutschland rechtswidrig in böhmischen Gemeinden deponiert zu haben, teilte die tschechische Staatsanwaltschaft mit. Der Gewinn aus dem Geschäft wird auf mehrere 100.000 Euro geschätzt. Seit Jahresbeginn waren insgesamt rund 20.000 Tonnen Müll aus Deutschland oft mit falschen Papieren nach Tschechien transportiert worden. Nach Protesten in Tschechien hatte Deutschland einen Teil des Mülls zurückgenommen. Die tschechische Umweltinspektion hat in dem Skandal bereits Geldstrafen in Höhe von 400.000 Euro erhoben; gegen weitere Verdächtige werde ermittelt.