Moskau: Aussagen aus Prag zur Ausweisung von Diplomaten widersprechen sich

08-06-2020

Die Aussagen von Vertretern der tschechischen Behörden zur Ausweisung zweier russischer Diplomaten widersprechen sich. Dies erklärte am Montag Michail Brjukhanow, der stellvertretende Leiter der russischen Regierungsbehörde Rossotrudnicestvo, für die die ausgewiesenen Diplomaten arbeiten. Brjukhanow bezeichnete die Entwicklung der Ereignisse um diese Diplomaten als "spontan, sehr skandalös und vorteilhaft für bestimmte Interessen Dritter".

Am Freitag hatte Tschechien beschlossen, zwei Mitarbeiter des russischen Kulturzentrums in Prag auszuweisen. Begründet wurde dies mit Drohungen gegen tschechische Lokalpolitiker, die aus der russischen Botschaft gekommen seien. Sowohl der Prager Oberbürgermeister Zdeněk Hřib, als auch zwei Bürgermeister von Prager Stadtteilen stehen wegen der Drohungen seit April unter Polizeischutz. Medienberichten zufolge sollten sie das Opfer eines Anschlags mit dem Nervengift Rizin von russischer Seite werden. Moskau reagierte auf die Ausweisung der Diplomaten mit der Ankündigung, dass man Tschechien auf eine ähnliche Weise antworten werde.