Prager Ministerium will neue Abschlussgenehmigung für AKW Temelin

15-05-2006

Das tschechische Ministerium für Regionalentwicklung hat eine im Dezember 2005 erteilte Schlussgenehmigung für das umstrittene Atomkraftwerk Temelin am Montag wegen Formfehlern zur erneuten Behandlung an die lokalen Behörden zurückverwiesen. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Bezirksamt der südböhmischen Stadt Ceske Budejovice/Budweis die Formfehler beseitigen und dem ersten Block des AKW in Südböhmen erneut die Betriebserlaubnis erteilen wird. Das Ministerium entschied zudem, dass dabei Einwände von Bürgerinitiativen nicht berücksichtigt werden müssen. Temelin-Gegner zeigten sich von der Entscheidung enttäuscht. Mehr als 80 Störungen in den vergangenen fünf Jahren hätten gezeigt, dass der Reaktor im grenznahen Bereich zu Niederbayern und Oberösterreich nicht sicher sei, sagte ein Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Prag. Das Budweiser Bezirksamt hatte dem staatlichen Temelin-Betreiber CEZ im Dezember 2005 den kommerziellen Betrieb des ersten Blocks erlaubt. Gegen diese Entscheidung hatten drei Bürgerinitiativen Widerspruch eingelegt.