Premier Paroubek eröffnet Dokumentationsprojekt zum deutschen Widerstand in der Tschechoslowakei

23-05-2006

Premierminister Jiri Paroubek hat am Dienstag in Prag ein historisches Forschungs- und Dokumentationsprojekt eröffnet, mit dem die Schicksale deutscher antifaschistischer Widerstandskämpfer im Protektorat und der Nachkriegstschechoslowakei aufgearbeitet werden sollen. Das mit 30 Millionen Kronen dotierte Projekt ist Teil der so genannten "Versöhnungsgeste" der tschechischen Regierung gegenüber sudetendeutschen NS-Gegnern vom vergangenen August. Viele der Widerstandskämpfer waren nach dem Krieg von den Maßnahmen gegen die deutsche Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei betroffen gewesen. Paroubek bezeichnete eine Dokumentation der Schicksale als nicht nur politische, sondern vor allem menschliche Pflicht. Die Sudetendeutschen haben Teilnahme des Premierministers an der Eröffnung des Projektes am Dienstag gewürdigt. Der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt erklärte, Paroubek beweise großen Mut, dass er mitten im tschechischen Wahlkampf ein Zeichen der Versöhnung setzt, das auf verschiedenen Seiten scharfe Kritiker finden wird. Präsident Vaclav Klaus hatte voriges Jahr diese Geste als unausgewogen kritisiert. Der Chef der oppositionellen Demokratischen Bürgerpartei Mirek Topolanek sagte damals, die Geste könne bei Eigentumsansprüchen der Sudetendeutschen eine Rolle spielen. Der Premier wies diese Vorwürfe zurück.