Streit mit China: Babiš kritisiert Peking, Philharmoniker fordern Entschädigung

18-07-2019

Der Streit um den Partnerschaftsvertrag zwischen Prag und Peking steigert sich. Nun hat Tschechiens Premier Andrej Babis die Führung des asiatischen Landes kritisiert. Die tschechische Regierung habe nicht die Möglichkeit, in die Kommunalpolitik einzugreifen, so der Ano-Politiker. Außerdem erinnerte er China an Versäumnisse bei versprochenen Investitionen. Am Donnerstag kündigte Tschechiens Außenminister Tomas Petricek an, sich in der Angelegenheit möglichst schnell mit dem chinesischen Botschafter in Prag treffen zu wollen.

Das chinesische Außenministerium kritisierte die Verwaltung der tschechischen Hauptstadt wegen mehrerer Handlungen gegenüber der Volksrepublik. So ließ Prag eine Passage über die Anerkennung der Ein-China-Politik aus dem Partnerschaftsvertrag mit Peking streichen und Tibet-Fahnen zum Gedenken an die Besetzung des Landes durch chinesische Truppen hissen.

Am Donnerstag forderte das Orchester PKF – Prague Philharmonia von der Stadt eine Entschädigung für eine abgesagte China-Tournee. Diese war für dieses Jahr geplant, die chinesische Seite sah wegen des schwelenden Streits von einer Realisierung der Konzertreise ab.