Tochter von Hitler-Gegner verliert Immobilienprozess in Prag

21-05-2006

Die Tochter des im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler von den Nazis hingerichteten Eduard Brücklmeier hat in Tschechien einen Prozess um die Rückgabe von Immobilien in letzter Instanz verloren. Monika Oppenheimer hatte die Rückgabe von Wohnungen in Prag gefordert, die der Familie nach dem misslungenen Attentat vom 20. Juli 1944 von Nazi-Behörden entzogen worden waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Familie im Zuge der Benes-Dekrete enteignet und die Wohnungen dem tschechoslowakischen Staat übertragen worden. Für das Höchste Gericht sei entscheidend, dass die Enteignung nach damaligem Recht gültig gewesen sei, meldete am Sonntag die Prager Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf einen Justizsprecher. Monika Oppenheimer ist hingegen der Ansicht, die Dekrete seien zu Unrecht angewendet wurden. Ihr Vater sei kein NSDAP-Mitglied gewesen, betont die 64-Jährige. Dem hatte bereits im Oktober 2004 in Prag eine niedrigere Instanz entgegengehalten, dass Brücklmeier als Diplomat bei Amtsantritt in London "dem Deutschen Reich Treue" geschworen habe. Gegen diese Begründung hatte Oppenheimer Widerspruch eingelegt. Sie war damit jedoch bereits zwei Mal vor tschechischen Gerichten gescheitert. Brücklmeier war Vizekonsul in London und nach dem Anschlag wegen Verbindungen zum Kreis um den Hitler-Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg in Berlin hingerichtet worden.