Tschechien gedenkt der Ereignisse von 1968 und 1969

21-08-2019 aktualisiert

Bei mehreren Dutzend Veranstaltungen wird am Mittwoch in Tschechien an den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die frühere Tschechoslowakei von 1968 erinnert sowie an die letzten Proteste dagegen genau ein Jahr später. Am 21. August 1969 ließen die neuen kommunistischen Hardliner die Massendemonstrationen blutig niederschlagen. Laut neuesten Erkenntnissen der Historiker starben dabei sieben Menschen. Erst 20 Jahre später gingen wieder Menschen in größerem Umfang in der Tschechoslowakei zu Protesten auf die Straßen.

In Prag wurde unter anderem mit einem Gedenkakt vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks an den Einmarsch vor 51 Jahren erinnert. Der Vorsitzende des Senats des tschechischen Parlaments Jaroslav Kubera (Bürgerdemokraten) sagte während der Gedenkveranstaltung, nach dem Beitritt Tschechiens zur Nato habe man angenommen, dass die Sicherheit Europas gelöst worden sei. Es zeige sich jedoch, so Kubera, dass es dem nicht so sei. Die Ostgrenze Europas sei wieder vom Expansionsbestreben Russlands gefährdet, erklärte der Bürgerdemokrat. Am Gedenkakt nahmen mehrere Politiker teil, aber kein Regierungsmitglied.

Auch in weiteren Städten wie Liberec / Reichenberg, Brno / Brünn, Znojmo / Znaim oder Plzeň / Pilsen sind Veranstaltungen geplant.