Afghanistan und Mali: Prioritäten für Auslandseinsätze der tschechischen Armee

19-04-2016

Die kollektive Verteidigung im Rahmen der Nato, die Einsätze in Afghanistan und in Mali und der Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“: Das sind die Prioritäten der tschechischen Armee in den kommenden zwei Jahren.

Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen RepublikFoto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik Das Regierungskabinett hat am Montag die Pläne des Verteidigungsministeriums für die Auslandseinsätze der Armee gebilligt. Tschechische Soldaten sollen auch 2017 und 2018 dort helfen, wo sie es bisher bereits tun. Allerdings laufen die bisherigen Mandate für die Auslandseinsätze zu Ende dieses Jahres aus. Premier Bohuslav Sobotka teilte nach der Kabinettssitzung mit:

„Die Tschechische Republik verlängert ihre Beteiligung an den wichtigsten Missionen von Nato, EU und Uno. Wir werden weiter die Stabilisierung der Lage in Afghanistan, im Kosovo, aber auch in Mali unterstützen. Außerdem werden wir uns wie zuvor aktiv an den Einsätzen auf der Sinai-Halbinsel und auf den Golan-Höhen beteiligen.“

Einsatz in Afghanistan (Foto: Stanislav Polnar, Archiv des tschechischen Verteidigungsministeriums)Einsatz in Afghanistan (Foto: Stanislav Polnar, Archiv des tschechischen Verteidigungsministeriums) Der größte Kontingent ist für die „Mission Resolute Support“ in Afghanistan geplant. Aktuell sind am Hindukusch 310 tschechische Soldaten im Einsatz, im kommenden Jahr sollen es 270 sein und im nachfolgenden Jahr etwa 250. Petr Medek ist Sprecher des Verteidigungsministeriums:

„In Afghanistan wollen wir uns weiter auf den Schutz der Truppen der Alliierten konzentrieren sowie auf die Schulung afghanischer Sicherheitskräfte. Die Zahl tschechischer Soldaten sinkt zwar gegenüber 2016, aber der Beitrag der Tschechischen Republik liegt im Vergleich mit anderen Ländern weiterhin sehr hoch.“

Einsatz in Mali (Foto: Jana Růžičková, Archiv des tschechischen Verteidigungsministeriums)Einsatz in Mali (Foto: Jana Růžičková, Archiv des tschechischen Verteidigungsministeriums) Ein weiteres Einsatzgebiet ist das afrikanische Mali. Insgesamt 60 Sicherheitskräfte sollen dort hingeschickt werden. Die Mehrheit wird wie in diesem Jahr an der Ausbildungsmission der EU teilnehmen, weitere Soldaten sollen im Stab der UN-Mission in Mali tätig sein. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums:

„Wir sind seit 2013 in Mali präsent, damals haben wir dort ein neues Kapitel der Beteiligung an Auslandseinsätzen geöffnet. Ein weiterer Schritt war der Einsatz eines Teams der Spezialeinheit der tschechischen Armee in der UN-Mission Minusma Mali im Jahr 2016. Die Tschechische Republik hat sich damit nach 17-jähriger Pause wieder einer UN-Mission angeschlossen. In nächster Zeit wollen wir auch zur Sicherung der UN-Friedensmissionen beitragen: Wir stellen 200 tschechische Soldaten für einen eventuellen Einsatz in Mali zur Verfügung.“

Foto: ČT24Foto: ČT24 Tschechien wird sich des Weiteren an Seeoperationen der EU beteiligen, das heißt am Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika und gegen Schlepperbanden im Mittelmeer. Außerdem gilt für Prag der Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ als Schwerpunkt. Vor zwei Wochen wurde zum Beispiel die Entsendung eines Teams gebilligt, das bei der Ausbildung irakischer Armeepiloten helfen soll.

Als Gesamtkosten für die Auslandseinsätze rechnet das Ministerium mit rund 2,3 Milliarden Kronen (85 Millionen Euro). Die Zahl tschechischer Soldaten im Ausland soll im Jahr 2017 bei höchstens 471 und im Jahr 2018 bei maximal 451 liegen. Die Pläne muss noch das tschechische Parlament billigen.

19-04-2016