Fußball-EM: Polen erneuert Grenzkontrollen – 40 tschechische Polizisten in Breslau

07-06-2012

Eine Großveranstaltung wie die Fußball-EM hat nicht nur schöne Seiten. Sicherheit ist zum Beispiel ein Thema, das wichtig ist, aber mindestens auch zu Behinderungen führt – zum Beispiel an der Grenze zu Polen.

Ohne Ausweis geht seit Montag nichts mehr. Für die Zeit der Fußball-EM hat Polen wieder Grenzkontrollen eingeführt bei der Anfahrt aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Außerdem lässt es sich bis zum 1. Juli aus Tschechien nur noch über größere Grenzübergänge nach Polen kommen. Iva Kormošová von der Polizei im Kreis Hradec Králové / Königgrätz in Ostböhmen:

„Alle anderen Übergänge, die ansonsten für Autos geöffnet sind, können während der Zeit der Beschränkungen nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden.“

Tomáš Tuhý (Foto: ČT 24)Tomáš Tuhý (Foto: ČT 24) Polen hat eine Ausnahme von der EU erhalten und darf vier Wochen lang verstärkt den Reiseverkehr überwachen. Der polnische Grenzschutz verspricht aber, nur stichprobenartig zu kontrollieren. Familien mit Kindern wolle man nicht stoppen, hieß es.

Allerdings werden sich spätestens am Freitag mehrere Tausend tschechische Fans auf den Weg nach Breslau machen, wo ihre Mannschaft am Abend das Auftaktspiel gegen Russland bestreitet. Deswegen rät der Polizeichef des Mährisch-Schlesischen Kreises, Tomáš Tuhý, sich auf Verzögerungen einzustellen:

„Ab Ende der Woche erwarten wir, dass es zu leichten Verkehrsproblemen an allen Grenzübergängen zu Polen kommt.“

Die polnischen Grenzzöllner wollen vor allem verhindern, dass Fußball-Hooligans den Weg in die Spielstätten finden. Sie haben daher Zugriff auf die europäischen Fahndungscomputer, in denen Gewalttäter im Bereich Sport gespeichert sind. Zudem werden auch tschechische Polizisten im Einsatz sein, wie Tuhý sagt:

„Rund 40 uniformierte Polizisten werden vor Ort, also in Breslau sein, und ihre polnischen Kollegen unterstützen. Zudem sollen sie auch den tschechischen Fans als Ratgeber zur Seite stehen, um kleinere Probleme direkt vor Ort zu lösen. Wir haben des Weiteren Spezialisten im Einsatz, die sich mit Gewalttätern im Fußball auskennen. Es handelt sich um ein Team, das in diesen Tagen bereits nach Polen gefahren ist und der tschechischen Kriminalpolizei angehört.“

Gewalttätige Fans finden sich in Tschechien jedoch ausschließlich in der Vereinsszene. Berüchtigt sind die Hooligans von Baník Ostrau, Sparta Prag und Zbrojovka Brünn. Die Fans der tschechischen Nationalmannschaft sind zwar auch lautstark, aber normalerweise harmlos.

07-06-2012