Paralympics in Athen: Tschechiens Behindertensportler holen 31 Medaillen

29-09-2004

Sie stehen das ganze Jahr über immer etwas im Schatten der internationalen Spitzensportler, deren Leistungen und Ergebnisse die Schlagzeilen in den Sportkanälen der Fernsehsender und auf den Sportseiten der Presse prägen - die Behindertensportler. Doch seit 44 Jahren kommen sie zumindest einmal aller vier Jahre ganz groß raus, denn seit dem Jahr 1960 gibt es auch eine Olympiade für die Behindertensportler, die so genannten Paralympics. In Athen sind am Dienstag die XII. Paralympics zu Ende gegangen. Mit welchem Ergebnis für die Tschechische Republik, das sagt Ihnen nun Lothar Martin.

Abschlusszeremoniell der Paralympics (Foto: CTK)Abschlusszeremoniell der Paralympics (Foto: CTK) Leider endeten die XII. Paralympics in Athen nicht so unbeschwingt und heiter, wie sie begonnen hatten. Denn das tragische Busunglück, bei dem am Montag in Zentral-Griechenland, sieben Schulkinder getötet wurden, hatte der ansonsten guten Stimmung einigen Abbruch getan. Aus diesem Grund ist auch das Abschlusszeremoniell der Paralympics um einige Farbtupfer gekürzt worden.

Martin Kovar (Foto: CTK)Martin Kovar (Foto: CTK) Umfangreicher war indes das Auftreten der tschechischen Behindertensportlerinnen und -sportler, denn mit 65 Teilnehmern war es das größte tschechische Aufgebot, das jemals an den Paralympics teilgenommen hat. Nach 1988, als die damalige Tschechoslowakei nur einen einzigen Behindertensportler ins Rennen geschickt hatte, nach 1992, 1996 und 2000 waren die Wettkämpfe von Athen die fünften Paralympics in Folge, bei denen auch tschechische Athletinnen und Athleten in den Medaillenkampf eingegriffen haben. Und wie bereits vor vier Jahren in Sydney mit gewachsenem Erfolg. Zwar konnte mit der Anzahl von 31 Medaillen (16-8-7) der Rekordwert von 2000, als man 43 Mal Edelmetall mit nach Hause brachte, nicht erreicht werden, dafür gab es mit 16 Goldmedaillen die bisher höchste Anzahl an Paralympic-Siegen für tschechische Behindertensportler. Als erfolgreichste Sportler aus dem tollen tschechischen Team ragen dabei noch zwei Aktive heraus: Veronika Foltová, die sowohl das Kugelstoßen als auch das Diskuswerfen gewann und im Speerwerfen den zweiten Platz belegte. Gleich drei Mal Gold in seinen Besitz brachte der Schwimmer Martin Kovár, der in seiner Behindertenkategorie auf den Kraulstrecken von 50 über 100 bis hin zu den 200 Metern keinen Bezwinger fand. Entsprechend stolz und glücklich äußerte er sich dann auch gegenüber dem Tschechischen Rundfunk:

Veronika Foltová (Foto: CTK)Veronika Foltová (Foto: CTK) "Das ist natürlich der Lohn für all die Mühen. Hinter diesem Erfolg stehen zudem mein Trainer, meine Trainerin, ein gewisses System und vor allem die ganzjährige Vorbereitung. Ich bin zwar in der Rolle eines Favoriten hierher gekommen, aber diese Aufgabe ist immer schwieriger zu meistern als die eines Außenseiters. Ich bin deshalb sehr erfreut darüber, dass es mir gelungen ist, mir diesen Traum zu erfüllen."

Die tschechischen Behindertensportler, die mit den weiteren acht Silber- und sieben Bronzemedaillen den 12. Platz in der Medaillenwertung belegten, werden am Donnerstag wieder in der Heimat zurück erwartet.

29-09-2004