Prager Zoo präsentiert australische und tasmanische Tierwelt

02-06-2020

Seit Pfingsten hat der Prager Zoo einen neuen Bereich – den sogenannten Darwin-Krater. Dabei werden die Besucher in die Tier- und Pflanzenwelt Australiens und Tasmaniens entführt. Ihr prominentester Bewohner ist der Beutelteufel.

Beutelteufel (Foto: Archiv des Prager Zoos)Beutelteufel (Foto: Archiv des Prager Zoos)

eutelteufel (Foto: Archiv des Prager Zoos)eutelteufel (Foto: Archiv des Prager Zoos) Diese Beuteltiere fauchen und kreischen ziemlich giftig, wenn man sich ihnen nähert. Und in jedem Fall sollte man sich nicht beißen lassen. Jaroslav Šimek ist stellvertretender Zoodirektor. Gegenüber Radio Prag International beschrieb er die Tiere, die auch Tasmanische Teufel heißen:

„Irgendwo habe ich den Vergleich gelesen, dass ein zehn Kilogramm schweres Männchen genauso stark zubeißen kann wie ein vier Mal so schwerer Hund. Die Beutelteufel sind Aasfresser und riechen ihre Beute auch auf einen Kilometer Entfernung. Auf der anderen Seite können sie nur schwarz-weiß sehen.“

Es sind vier Beutelteufel, die der Zoo seinen Besuchern zeigt. Sie stammen von einer Aufzuchtstation direkt in Tasmanien. Laut Zoodirektor Miroslav Bobek ist damit Prag erst der zweite Tiergarten in Europa, der die gedrungenen schwarzen Kerle direkt aus ihrer Heimat bekommen hat.

Miroslav Bobek (Foto: ČTK / Ondřej Deml)Miroslav Bobek (Foto: ČTK / Ondřej Deml) „Unsere Beutelteufel gehören zu einem Jahrgang, in dem sie nach Gewürzen benannt wurden. Sie heißen Frau Anis, Frau Muskat, Frau Lorbeer und Herr Sumach“, so Bobek.

Der Beutelteufel ist heute das größte räuberisch lebende Beuteltier der Erde, nachdem der Beutelwolf ausgerottet wurde. Aber auch er gehört mittlerweile zu den bedrohten Arten.:

„Er lebt nur noch in Tasmanien, wo er aber von einer übertragbaren Krebsart heimgesucht wird. Zudem kommen viele der Teufel auf den Landstraßen um, wenn sie in der Nacht dort nach überfahrenen Tieren suchen.“

Foto: ČTK / Ondřej DemlFoto: ČTK / Ondřej Deml Der Zoodirektor erläutert auch, warum sie die Bezeichnung „Teufel“ verdient haben…

„Sie haben so ein bisschen dieses Aussehen mit ihrem schwarzen Fell und den roten Ohren, die im Gegenlicht auch noch leuchten. Und ihr Schreien klingt sehr aggressiv, auch wenn es vielleicht nicht immer so gemeint ist. Es scheint häufig, dass sie einen wirklich angreifen wollen.“

Die neue Prager Heimat der vier Beutelteufel heißt aus gutem Grund „Darwin-Krater“. Dies ist eigentlich ein urwaldartiger Ort im Westen Tasmaniens, an dem ein Meteorit niedergegangen sein soll. Geblieben ist eine kreisrunde Vertiefung. Auch die kesselförmige Form Böhmens wird auf den Niedergang eines Himmelskörpers zurückgeführt. Diese Parallele inspirierte den Zoo zur Namensgebung.

Auf dem Gelände leben natürlich noch weitere interessante Tiere – so etwa drei Arten tasmanischer Kängurus. Das tollste Erlebnis ist sicher, dass man direkt in den Auslaufbereich der hüpfenden Zoo-Bewohner gehen darf. Des Weiteren gibt es auch Wombats, Ameisenigel, Giftschlangen und zehn Vogelarten, die für Australien typisch sind.

02-06-2020