Slavia-Jugend: Junge Kicker mit großen Plänen

22-11-2019

Slavia Prag ist einer der größten und bekanntesten Fußballklubs in Tschechien. Bei dem Traditionsverein spielt auch der Jugendfußball eine große Rolle, das reicht von der U 6 bis zur U 19. Ein Blick auf den Trainingsplatz.

Foto: Offizielle Facebook-Seite des Nachwuchs von Slavia PragFoto: Offizielle Facebook-Seite des Nachwuchs von Slavia Prag Es ist Montagnachmittag, das heißt Training für den Nachwuchs von Slavia. Normalerweise spiele ich ja Fußball in der Kreisliga, das heißt in der niedrigsten Liga. Doch heute habe ich die große Chance, wie ein richtiger Profi zu trainieren. Ich hoffe natürlich, dass mir nicht schon nach den ersten zwei Trainingseinheiten die Luft fehlt.

Trainer Milan Titera hält zu Beginn eine Ansprache. Anschließend frage ich ihn, wie oft trainiert wird?

„Die Jungs trainieren praktisch jeden Nachmittag. Am Donnerstag machen wir allerdings Schwerpunktübungen. Das ist immer nur für einen Teil der Spieler, also etwa die Stürmer oder die Verteidiger. Dazu kommen noch zwei Einheiten am Vormittag. Eine ist ein Trainingsspiel, die andere besteht aus Übungen für Geschicklichkeit oder Kraft.“

Viele der Spieler wollen später einmal Profis werden. So auch Aron.

Milan Titěra (Foto: Archiv Slavia Prag)Milan Titěra (Foto: Archiv Slavia Prag) „Mein Traum ist es, in die erste Mannschaft von Slavia aufzusteigen. Und wenn ich weiter denke, dann zu Bayern München.“

Doch wie schwer wird das?

„Am schwierigen ist die große Konkurrenz im Fußball. Außerdem muss ich sehr fleißig sein, um es dorthin zu schaffen.“

Als Jugendtrainer erhofft man sich natürlich, möglichst viele Talente für eine große Karriere zu entwickeln. Ich frage Coach Titera dazu

„Unser Wunsch ist, dass es von den 20 Jungs vielleicht vier oder fünf Spieler in den professionellen Fußball schaffen. Das hängt aber immer auch von den Jahrgängen ab. Bei den 15- oder 16-Jährigen ist es noch relativ schwer zu sagen, wem das gelingt. Da können in der Entwicklung noch viele Dinge geschehen.“

Bisher muss ich natürlich sagen, dass ich bei Slavia auf einem ganz anderem Niveau trainiere. Die Spieler beherrschen alle natürlich eine Technik am Ball, als würde ich wirklich mit kleinen Profis spielen. Das Training ist nicht so anstrengend, da die Mannschaft gestern noch ein Spiel hatte. Wir haben ein wenig die Fußtechnik geübt, ab er auch den Angriff und die Abwehr. Manche Übungen davon kannte ich noch nicht und die waren daher anspruchsvoll für mich. Im Match am Ende das Trainings merkt man dann auch wieder, dass die Spieler hier ein ganz anderes Spielverständnis haben, und das hat mich wirklich beeindruckt.

Doch was macht man, wenn es am Ende doch nicht klappt mit dem Schritt zum Profi. Dieser Fall kommt oft vor Nachwuchskickern. Ich rede mit Daniel, Spieler der tschechischen Junioren Nationalmannschaft. Er hat schon mit sechs Jahren angefangen im Verein zu kicken, ein Leben ohne Fußball, für ihn unvorstellbar.

„Um so eine Karriere zu erreichen braucht man Talent, Glück, wie zum Beispiel mit Verletzungen. Ich möchte gerne auf eine Fußballschule gehen. Und falls es mit dem Fußball nichts wird, dann könnte ich mir vielleicht Fußballtrainer oder Physiotherapeut vorstellen.“

Ist Fußball dann eigentlich das Wichtigste im Leben der jungen Spieler. Dazu Trainer Titera:

„In dem Alter sehen die Jungs das tatsächlich bereits so. Ich halte hingegen die Schule für wichtiger als das Training – also umgekehrt. Insgesamt versuchen wir, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen schulischer Bildung und Fußball zu schaffen.“

Nach 90 Minuten, sind wir dann auch am Ende des Trainings angelangt. Ich habe mich noch einmal beim Trainer Milan Titera für diese coole Möglichkeit, am Training teilzunehmen, bedankt

22-11-2019