Verkehrsminister Ťok: Autobahn D8 verbindet vor Ende 2016 Prag und Sachsen

31-08-2015

Die weitere Verbesserung der Bahn- und Straßenverbindungen nach Deutschland sowie die Schiffbarkeit der Elbe standen im Mittelpunkt der Gespräche, die der deutsche Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, am Freitag in Prag führte. Er traf mit Premierminister Bohuslav Sobotka und mit Verkehrsminister Dan Ťok zusammen.

Dan Ťok und Alexander Dobrindt (Foto: ČTK)Dan Ťok und Alexander Dobrindt (Foto: ČTK) Bereits zum vierten Mal in diesem Jahr haben sich die Verkehrsminister Tschechiens und Deutschlands zu Verhandlungen getroffen. Der tschechische Ressortchef Dan Ťok:

„Die Verkehrsverbindung mit Deutschland ist für uns von grundsätzlicher Bedeutung. Denn Deutschland ist für die Tschechische Republik der größte Exportpartner und auch ein wichtiger Wirtschaftspartner.“

Über zwanzig Jahre dauern bereits die Arbeiten an der tschechischen Autobahn D8 von Prag bis zur Grenze nach Sachsen. Ständige Einwände von Umweltschützern sowie Erdrutsche haben die Bauarbeiten verzögert. Nun stellte der tschechische Verkehrsminister einen Bauschlusstermin in Sicht.

Autobahn D8 (Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik)Autobahn D8 (Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik) „Ich habe den Bundesminister darüber informiert, dass wir alle notwendigen Schritte unternehmen, um die D8 in Richtung Dresden noch vor Ende 2016 feierlich zu eröffnen. Zu Weihnachtsbesuchen wird man also bereits auf dieser Autobahn fahren können.“

Im Mittelpunkt der Gespräche standen vor allem die Bahnverbindungen zwischen beiden Ländern. Dobrindt wolle sich dafür einsetzen, dass der Ausbau der Schiene zwischen Prag und München in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werde, sagte Ťok nach dem Treffen.

Foto: Mef.ellingen, Wikimedia CC BY-SA 3.0Foto: Mef.ellingen, Wikimedia CC BY-SA 3.0 „Ein kleineres Projekt ist die Wiederaufnahme der Bahnverbindung zwischen Tschechien und Deutschland über das westböhmische Aš / Asch. Der dortige Verkehr wurde im Jahr 1951 eingestellt. Ende des Jahres wird die Strecke wieder in Betrieb genommen, wir werden sie am 13. Dezember feierlich zum Verkehr freigeben.“

Auch bei der Diskussion um die Hochgeschwindigkeitstrasse nach Dresden habe man „einen großen Erfolg“ erzielen können. So seien Experten seines Ministeriums zu den Verhandlungen über den Bundesverkehrswegeplan eingeladen. Wie Dan Ťok betonte, dürfe Tschechien kein weißer Fleck bleiben im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz.

Hochgeschwindigkeitsstrecke in Berlin (Foto: K. Jähne, Wikimedia CC BY-SA 2.0 DE)Hochgeschwindigkeitsstrecke in Berlin (Foto: K. Jähne, Wikimedia CC BY-SA 2.0 DE) „Wir haben nun eine der letzten Chancen. Einige meiner Vorgänger haben leider in Deutschland zum Ausdruck gebracht, dass die Tschechische Republik am Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht interessiert sei. Meiner Meinung nach wäre das ein großer Schaden. Wir streben im Moment danach, dass eine Hochgeschwindigkeitstrasse von Berlin über Dresden nach Prag führt.“

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke soll sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr genutzt werden. Ein längerer Bahntunnel unter dem Erzgebirge soll den Plänen zufolge Dresden in Sachsen und Ústí nad Labem / Aussig in Nordböhmen verbinden.

Elbe (Foto: Tomáš Kolařík, Wikimedia CC BY-SA 3.0)Elbe (Foto: Tomáš Kolařík, Wikimedia CC BY-SA 3.0) Ein weiteres Thema der Gespräche am Freitag war die Schiffbarkeit der Elbe. Die Tschechische Republik plant seit zwanzig Jahren den Bau einer Staustufe auf der Elbe, um den Wasserpegel um einige Meter zu erhöhen.

„Es ist in unserem Interesse, dass die Elbe 365 Tage im Jahr schiffbar ist. Wir wollen erreichen, dass sie ein konkurrenzfähiger Verkehrsweg im System der europäischen Verkehrswege TEN-T wird.“

Auf die Schiffbarkeit drängt besonders die tschechische Seite. Auch zu diesem Thema werden tschechische Experten im Rahmen der Verhandlungen über den Bundesverkehrswegeplan ihre Ansichten äußern können. Mit Rücksicht auf die Lage in Deutschland müsse über dieses Thema mit Umweltschützern und der Öffentlichkeit diskutiert werden, betonte Minister Ťok.

31-08-2015