Handwerkermangel weiterhin problematisch

25-09-2019

In Tschechien fehlen bis zu 300.000 Handwerker. Trotz guter Verdienstmöglichkeiten bleibt der Nachwuchs aber aus.

Illustrationsfoto: anaterate / Pixabay, CC0Illustrationsfoto: anaterate / Pixabay, CC0 Hierzulande fehlen 300.000 ausgebildete Fachkräfte in handwerklichen Berufen. Dies geht aus einer Aufstellung des Fachportals nejřemeslníci.cz, die in dieser Woche veröffentlicht wurde. Beispielsweise Dachdecker oder Schlosser sind auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu bekommen. Gerade die Baubranche leidet deshalb bei der derzeit hohen Auftragslast.

Der Mangel an Arbeitskräften liegt auch an einem mangelnden Interesse an handwerklichen Berufen. Laut einer Studie der Wirtschaftskammer ist die Zahl der Bewerber für einschlägige Lehrgänge in den vergangenen 15 Jahren massiv zurückgegangen. Besonders schlimm ist es laut den Experten in der Textilbranche. Dort sei der Anteil an Auszubildenden in den Jahren 2005 bis 2018 um ganze 97 Prozent gesunken. Die Wirtschaftskammer sieht dabei vor allem die Eltern am Zug, die ihre Kinder lieber an die Universität statt an die Werkbank schicken. Die Branche versucht dies derzeit mit dem Import von Fachkräften aus dem Ausland wettzumachen.

Dabei sind die Verdienstmöglichkeiten im Handwerk ordentlich. Einerseits liegt das an den gestiegenen Preisen für entsprechende Leistungen. Die sind laut dem Fachportal nejřemeslníci.cz in den Jahren 2016 bis 2018 um satte 64 Prozent gestiegen. Nach Zahlen der Wirtschaftskammer kann beispielsweise ein Fliesenleger mit ausreichender Erfahrung bis zu 80.000 Kronen (3100 Euro) brutto im Monat verdienen, der Durchschnittslohn in Tschechien liegt bei rund 32.000 Kronen (1240 Euro).