Obstbauern erwarten mehr Schädlinge

24-02-2020

Die tschechischen Obstbauern erwarten in diesem Jahr mehr Schädlingsbefall. Schuld daran ist der warme Winter.

Foto: 134213 / Pixabay, CC0Foto: 134213 / Pixabay, CC0 Es sei ein Winter gewesen wie in Südfrankreich. Dies sagte der Chef der tschechischen Obstbauern-Union, Martin Ludvík, am Montag gegenüber der Presseagentur ČTK. Deshalb würden die Obstbäume in diesem Jahr viel früher blühen, beispielsweise wird die Aprikosenblüte schon für März erwartet. Laut Ludvík könnte das aber zum Problem werden. Denn die Gewächse bräuchten ihren langen „Winterschlaf“, um mögliche Frühjahrsfröste im März zu überleben. Diese Ruhephase sei durch das warme Wetter aber ausgeblieben, so der Landwirt.

Bereits im vergangenen Jahr mussten die Obstbauern massive Einbußen durch die Frühjahrsfröste hinnehmen. 2019 ist der Ertrag im Jahresvergleich nämlich um 27 Prozent auf 129.911 Tonnen gesunken. Zudem habe auch die Qualität deutlich gelitten, hieß es damals. Insgesamt bezifferten die Produzenten den Schaden auf 200 Millionen Kronen (knapp acht Millionen Euro). An den Minusgraden im Frühling leidet übrigens vor allem das Steinobst.

Die winterlichen Plusgrade bringen jedoch noch ein weiteres Problem mit sich. Denn Schädlinge und Krankheiten werden so nicht mehr durch die Kälte dezimiert und gedeihen das ganze Jahr über prächtig. Besonders trifft das auf Blattläuse, Milben oder Pilze wie den Apfelmehltau zu. Beispielsweise die Pfirsichbauern müssen deswegen viel früher mit der Behandlung ihrer Pflanzen gegen die sogenannte Kräuselkrankheit beginnen. Durch den erhöhten Schädlingsbefall müssen die Erzeuger nicht nur mit Ertragseinbußen rechnen, sondern auch mit Mehrkosten für Pestizide.