Tschechien kann Verkehrsknotenpunkt zwischen EU und China sein

Foto: Gene Zhang, CC BY 2.0

Tschechien könnte zu einem Verkehrsknotenpunkt zwischen der EU und China werden. Diese Idee unterstützt der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten). Zur Verbindung nach Fernost sprach er beim Seminar zum Thema „Die Neue Seidenstraße und die Tschechische Republik“, das an diesem Dienstag im tschechischen Senat veranstaltet wurde.

Bohuslav Sobotka  (Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik)
Der tschechische Premier hat am Dienstag erneut Einladungen ausgesprochen: In Prag sollen sich weitere europäische Filialen chinesischer Banken niederlassen. Sobotka machte darauf aufmerksam, dass in Prag seit vergangenem Jahr eine Niederlassung der Bank of China besteht. Er könne sich Prag als Sitz von weiteren chinesischen Bankinstitutionen vorstellen, sagte der Regierungschef. Sobotka unterstrich zudem, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Tschechien und China strukturiert und vertieft werden müsse. Die intensiven Beziehungen, die es auf politischer Ebene gebe, müssten sich auch im Industrie-, Bildungs-, Tourismus- und Agrarbereich widerspiegeln, so Sobotka. Die chinesische Botschafterin in Prag, Ma Keqiang, bemerkte dazu, dass die Tschechische Republik eine der wichtigsten Investitionsdestinationen für China darstelle. Ihr zufolge will das asiatische Land vor allem die Zusammenarbeit in der Auto- und Flugzeugindustrie, im Maschinenbau und im Bereich der Nanotechnologien ausbauen.

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Wichtig dafür ist die Ausbildung. Laut Premier Sobotka sollte sich die Zahl chinesischer Studenten an Universitäten in Tschechien erhöhen. Er begrüßte das Projekt der Prager Karlsuniversität, ein Zentrum für chinesische Studien zu eröffnen, sowie die geplante Gründung eines Zentrums für Chinesische Medizin in Hradec Králové / Königsgrätz. Positiv wertete Sobotka auch die Entwicklung im Tourismus: Im vergangenen Jahr hat eine Rekordzahl von 300.000 chinesischen Touristen Tschechien besucht.



Foto: Gene Zhang,  CC BY 2.0
Das Seminar „Die Neue Seidenstraße und die Tschechische Republik“ im tschechischen Senat beschäftigte sich mit den Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Tschechien und China im Rahmen der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraße (One Belt, One Road). Ziel der Initiative ist die Unterstützung des Handels zwischen Europa und China. Das Seminar wurde vom Prager Institut der Neuen Seidenstraße mitorganisiert, an dessen Spitze der ehemalige Vizepremier Jan Kohout steht. Das Ziel der NGO ist es, die Ideen der euroasiatischen Zusammenarbeit zu verbreiten.