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Die Sicherheit des Atomkraftwerkes Temelin soll von einer gemeinsamen tschechisch-österreichischen Parlamentarierkommission kontrolliert werden. Darauf einigten sich am Dienstag die Regierungschefs beider Länder, Mirek Topolanek und Alfred Gusenbauer, bei ihrem Treffen in Prag. Auf einer Pressekonferenz gaben sie übereinstimmend ihrer Überzeugung Ausdruck, dass die Einbeziehung beider Parlamente in den so genannten Prozess von Melk zur besseren Informiertheit und gegenseitigem Vertrauen beitragen wird. Nach Meinung des österreichischen Bundeskanzlers kann nur eine höhere Transparenz den Animositäten auf beiden Seiten sowie den wiederholten Grenzübergangsblockaden wirkungsvoll entgegenwirken. Der tschechische Premier begrüßte die Bereitschaft der Wiener Regierung, über ein Informationsdokument zu verhandeln, das wie vergleichbare internationale Vereinbarungen klare Positionen in Fragen der Atomsicherheit definieren wird. Zu Gesprächen sind auch die Verkehrminister beider Länder, Ales Rebicek und Werner Faymann zusammengekommen.

Südböhmischer Landeshauptmann äußerte sich zu drohender Grenzübergangsblockade durch österreichische Atomkraftgegner

Die Aktivisten der oberösterreichischen Bürgerinitiative Atomstopp wollen am Mittwoch wegen der - wie es in ihrer Erklärung heißt -"Nullergebnisse" der Gespräche von Bundeskanzler Gusenbauer in Prag drei Grenzübergänge an der tschechisch-österreichischen Grenze blockieren. Die österreichische Bürgerinitiative hatte am Dienstag mit der Blockade gedroht, falls Gusenbauer nicht verkünde, eine Klage gegen die Tschechische Republik wegen des AKWs Temelin in die Wege zu leiten. Die drohende Blockade bezeichnete am Dienstag der südböhmische Landeshauptmann Jan Zahradnik als eine Verletzung internationaler Abkommen sowie des EU-Rechtes.