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Der Aufsichtsrat des Energiekonzerns ČEZ hat am Donnerstag bei seiner Sitzung keine Entscheidung über eine mögliche Verschiebung für den Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín getroffen. Ein Sprecher der halbstaatlichen Firma sowie Premier Nečas und Industrie- und Handelsminister Kocourek hatten am Mittwoch bestätigt, dass der geplante Bau zweier weiterer Reaktorblöcke in Temelín um mehrere Jahre verschoben werden könnte. ČEZ wies aber Spekulationen zurück, dies geschehe aus wirtschaftlichen Gründen. Das Unternehmen wolle lediglich eine bestmögliche Vorbereitung und Planung des Projektes sicherstellen, so ein Firmensprecher. Dennoch ist der Kurs der ČEZ-Aktie am Donnerstag um vier Prozent gefallen. In der kommenden Woche berät der Nationale Sicherheitsrat über den Temelín-Ausbau.

Ursprünglich war geplant, dass bis zum Jahr 2020 ein dritter und ein vierter Reaktorblock in Temelín ans Netz gehen. Grund für die Verschiebung des Termins sollen Sparmaßnahmen bei ČEZ sein, wie die Tageszeitung „Hospodářské noviny“ am Mittwoch berichtete. Auch gebe es Zweifel, ob die Nachfrage nach Strom und die Strompreise in Zukunft auf ähnlichem Niveau blieben wie derzeit, sagte Minister Kocourek gegenüber ČTK. Die Entscheidung über eine Verschiebung des Termins für den Ausbau von Temelín liegt bei der tschechischen Regierung, da der Staat über das entscheidende Wort im Aufsichtsrat von ČEZ verfügt.

Die Kosten für die zwei neuen Reaktorblöcke in Temelín werden auf umgerechnet etwa 20 Milliarden Euro geschätzt. Drei Firmen haben sich bisher für den Bau beworben: Atomstrojexport aus Russland, Areva aus Frankreich und das US-amerikanische Unternehmen Westinghouse.