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Die Spitzen der Dreier-Koalition haben sich auf eine Kabinettsumbildung geeinigt, um die Regierungskrise zu beenden. Nach einer Krisensitzung in der Nacht auf Dienstag teilte Premier Petr Nečas die Personalpläne mit und kündigte an, bis Ende Juni im Abgeordnetenhaus die Vertrauensfrage zu stellen. Die Vertrauensfrage solle an „Reformgesetze mit Schlüsselfunktion“ geknüpft werden, erklärte der Premier.

Nach einem Korruptionsskandal hatte Nečas Staatspräsident Klaus um die Entlassung von zwei Ministern des kleinsten Koalitionspartners gebeten. Nun machte er einen teilweisen Rückzieher und kündigte an, die beiden Vertreter der Partei der Öffentlichen Angelegenheiten (VV) im Ministerrang zu belassen. Der bisherige Innenminister Radek John soll als ressortloser Minister die Korruption bekämpfen. Neuer Innenminister soll der ehemalige Leiter der Antikorruptionspolizei und heutige Besitzer einer Privatdetektei, der parteilose Jan Kubice werden. Für Verkehrsminister Vít Bárta rückt sein Stellvertreter Radek Šmerda an die Spitze des Amtes. Schulminister Josef Dobeš, der ebenfalls zur Debatte stand, wurde hingegen in seinem Amt bestätigt.

In der nächtlichen Pressekonferenz kündigte Premier Nečas zudem an, dass die Regierungsumbildung mit den getroffenen Entscheidungen noch nicht abgeschlossen sei. Bis Ende Juni wolle er bewerten, welchen Beitrag jeder Minister für die Arbeit der Regierung leistet. Nach der endgültigen Regierungsumbildung werde sein Kabinett im Abgeordnetenhaus die Vertrauensfrage stellen.