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Die Neuwahlen in der nordböhmischen Kleinstadt Krupka / Graupen haben in etwa zu dem gleichen Ergebnis geführt wie die Wahlen zur örtlichen Stadtvertretung im Oktober. Die Neuwahlen in drei Wahlbezirken der Stadt gewonnen hat demnach die Wählervereinigung einer politischen Partei und unabhängiger Kandidaten des bisherigen Vizebürgermeisters Zdeněk Matouš, die 20,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Das hat die Auszählung der Stimmen ergeben, die am Sonntag vom Tschechischen Statistikamt (ČSÚ) veröffentlicht wurde.

Das Wahlergebnis legt im Umkehrschluss den Verdacht nahe, dass es erneut zum Kauf von Wählerstimmen gekommen ist. Das hat vor einem halben Jahr zu einer Verfassungsbeschwerde geführt, der stattgegeben wurde. Die ursprünglichen Wahlen wurden daraufhin annulliert. Augenzeugenberichten zufolge sollen bei den Neuwahlen am Samstag erneut Stimmen gekauft worden sein. Bis zu 300 Wähler sollen für die Abgabe eines bereits ausgefüllten Wahlzettels mit Geld geködert worden sein, gaben zwei Einwohner einer Wohnsiedlung vor Journalisten an. Die Polizei und die Beamten des Innenministeriums, die die Wahl beobachteten, hätten indes keine Unzulänglichkeiten registriert, hieß es.

Der Bürgermeister von Krupka, Milan Puchar, und die Arbeiterpartei (DSSS) wollen das Wahlergebnis anfechten, weil es ihrer Meinung nach erneut zu Machenschaften rund um die Wahlen gekommen sei. Die Mehrzahl der Oppositionsvertreter will indes keine dritte Wahl, da ein weiteres halbes Jahr ohne legitimierte Stadtvertretung dem 14-Tausend-Seelen-Ort schade.