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Tschechien und der Irak können womöglich schon „in kurzer Zeit“ ein Waffengeschäft für die irakische Armee abschließen. Ganz konkret sollen die Luftstreitkräfte seines Landes bis zu 24 leichte Kampfflugzeuge des Typs Aero L-159 aus älterer tschechischer Produktion erhalten, sagte der irakische Ministerpräsident Nuri Al-Maliki am Montag vor Journalisten in Bagdad. Dem Pressetermin vorausgegangen war ein Treffen Al-Malikis mit seinem tschechischen Amtskollegen Petr Nečas. Premiér Nečas ist am Montag gemeinsam mit Verteidigungsminister Vondra und Handelsminister Kocourek zu einem zweitägigen Besuch in Bagdad eingetroffen. Die Anwesenheit von Verteidigungsminister Vondra könne dafür sorgen, dass die konkreten Verhandlungen zum Rüstungsdeal unverzüglich fortgesetzt werden können, betonte Al-Maliki.

Im Mittelpunkt aller Gespräche der tschechischen Spitzenpolitiker mit der irakischen Führung stehen die bilateralen Beziehungen auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet. Der Premier wird dabei von einer größeren Wirtschaftsdelegation begleitet. Bei den ersten Verhandlungen seien bereits eine tschechische Lieferung mit Zetor-Traktoren und die Wiederherstellung einer Produktionslinie für den Traktor Antar im irakischen Iskandariya besprochen worden, sagte Al-Maliki. Tschechien habe an dieser Zusammenarbeit großes Interesse, bekräftigte Nečas. Zudem sollen zwei Memoranden über die gegenseitige Verständigung und Zusammenarbeit auf ministerialer Ebene unterzeichnet werden.

Es handelt sich um den ersten Besuch eines tschechischen Premiers seit dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein. Aus Sicherheitsgründen war der Termin der Reise bis zuletzt geheim gehalten worden.