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Der umstrittene tschechische Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus Ctirad Mašín erhält in den USA ein Begräbnis mit militärischen Ehren. Dies berichtet die Nachrichtenagentur ČTK. Termin und Ort seien indes noch nicht festgelegt, heißt es. Möglich ist, dass ein Vertreter der tschechischen Regierung zum Begräbnis reist. Darüber werde noch entschieden, sagte ein Regierungssprecher. Mašín war am Samstag im Kreis seiner Familie in der amerikanischen Stadt Cleveland gestorben. Der 81-jährige ältere der beiden Mašín-Brüder hatte seit längerem an einer schweren Krankheit gelitten.

Ctirad Mašín und sein Bruder gehörten in den 50er Jahren einer Widerstandsgruppe an, die sich mit Waffen den Weg aus der kommunistischen Tschechoslowakei freischoss. Geld und Waffen für ihre Flucht in den Westen beschafften sie sich durch Überfälle, bei denen sie zwei Polizisten und einen Geldboten töteten. Während ihrer Flucht 1953 durch die DDR nach Westberlin erschossen sie weitere drei Menschen, die sich ihnen in den Weg stellten. Es soll sich um zwei DDR-Soldaten sowie einen weiteren Angehörigen der Sicherheitskräfte gehandelt haben. Wegen dieser sechs Morde lehnte es Václav Havel als tschechischer Präsident ab, die Brüder Mašín und ihre Mittäter als antikommunistische Widerstandskämpfer auszuzeichnen. Während einige in der Gruppe brutale Kriminelle sahen, lobte sie der heutige Premier Petr Nečas stets als Vorbilder. „Er war ein mutiger Mensch, an den sich unsere Gesellschaft immer erinnern sollte“, würdigte Nečas in einer ersten Reaktion nach der Todesnachricht den Verstorbenen Ctirad Mašín.