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Der ehemalige tschechische Premierminister und Sozialdemokratenchef Jiří Paroubek ist dabei, eine neue Linkspartei zu gründen. In Prag hat er dazu am Samstag Verhandlungen mit der Tschechischen Partei der Nationalen Sozialisten (ČSNS 2005) aufgenommen, an deren Ende die Gründung der neuen Partei „Nationale Sozialisten – die Linken des 21. Jahrhunderts“ stehen soll. Das Parteiprogramm der neuen Linken will Paroubek am 26. November vorstellen, wenn seine Gruppierung, bestehend aus mehreren sozialdemokratischen Abgängern, mit der ČSNS fusionieren soll, sagte Paroubek am Samstag vor Journalisten.

Der Zentralrat der Partei der Nationalen Sozialisten hat am Samstag der Parteiführung die volle Unterstützung für die Verhandlungen mit Paroubek ausgesprochen. Der Beschluss sei mit 24 von 27 Stimmen gefällt worden, sagte Vizechef Přemysl Votava vor Journalisten. Als eindeutiger Gegner der Verhandlungen mit Paroubek ist der bisherige Parteivorsitzende Karel Janko dabei aus der Partei ausgeschlossen worden. Als Begründung wurde angegeben, dass Janko gegen die Statuten der Partei verstoßen habe. Zum Interimschef wurde der bisherige Vizevorsitzende Stanislav Palša ernannt.

Ministerpräsident war Paroubek von April 2005 bis 2006. Als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten aber war er bei den Parlamentswahlen im Mai 2010 erfolglos geblieben – seine Partei verbuchte zwar die meisten Stimmen, fand jedoch keinen Koalitionspartner. Noch am Wahlabend trat Paroubek als Parteivorsitzender zurück. Gemeinsam mit ihm hat auch der Abgeordnete und ehemalige Eishockeyprofi Jiří Šlégr die ČSSD verlassen.