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Der tschechische Unternehmer Andrej Babiš hat am Sonntag im Tschechischen Fernsehen die Parlamentsparteien, Präsident Klaus sowie die ihm nahe stehenden Menschen wegen Korruption kritisiert. Er sagte im Gespräch für den öffentlich-rechtlichen TV-Sender, dass von ihm der dem Staatoberhaupt nahe stehende Chef des Sportklubs Erpet, Václav Petr, Schmiergeld verlangte. Es soll sich Babiš zufolge um das Veto gegen das Gesetz über Bio-Brennstoffe gehandelt haben. Präsident Klaus hatte sein Veto gegen das Luftschutz-Gesetz im Mai vergangenen Jahres eingelegt. Petr soll laut Babiš angeboten haben, dass er es „erledigen“ würde. Babiš ist einer der reichsten Tschechen. Er gründete die Bürgerinitiative „Aktion unzufriedener Bürger Ano 2011“, die gegen die Korruption kämpfen soll. Im Fernsehen bezeichnete Babiš Tschechien als eine Art „Absurdistan“. Die Politiker beschuldigte er der Korruption und sprach von einer „Justizmaffia“. Präsident Klaus missbrauchte laut Babiš den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes. Der Unternehmer schließt nicht aus, dass sich die von ihm gegründete Bürgerinitiative politisch engagieren wird. Babiš ist Besitzer der Agrofert Holding, die sich auf Agrarhandel konzentriert und eine der größten Firmen in Tschechien ist. Vor der Wende von 1989 war Babiš Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. In den so genannten „Cibulka-Listen“, den von Dissident Petr Cibulka in den 1990er Jahren veröffentlichten Geheimdienst-Akten, wird Babiš als Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes StB geführt. Er behauptet, er habe nie mit dem StB zusammengearbeitet.