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Im Schweizer Prozess gegen fünf ehemalige Besitzer und Manager des tschechischen Braunkohleunternehmens Mostecká uhelná společnost (MUS) und einen belgischen Geschäftsmann sind am Montag in Bellinzona die Strafanträge gestellt worden. Danach sollen die fünf tschechischen Ex-Manager Haftstrafen von fünf Jahren und hohe Geldstrafen erhalten. Staatsanwalt Gérard Sautebin wiederum gab bekannt, dass der Nachfolgekonzern von MUS, Czech coal, sowie der tschechische Staat von dem auf Konten der Angeklagten beschlagnahmten Geld eine Entschädigung erhalten sollen. Im Fall des MUS-Konzerns wären das 276 Millionen Schweizer Franken (ca. 220 Millionen Euro), der tschechische Staat soll fast 150 Millionen Schweizer Franken (ca. 120 Millionen Euro) erhalten.

In ihrem Abschlussplädoyer sagte die schweizerische Staatsanwältin unter anderem, die Angeklagten hätten einen Turm aus Lügen gebaut und den tschechischen Staat sowie die Beschäftigten des Braunkohleunternehmens zehn Jahre lang betrogen. Staatsanwältin Graziella de Falco Haldemann unterstrich, dass dies ohne die Konten und Firmen in der Schweiz unmöglich gewesen wäre. Die ehemaligen MUS-Manager sind wegen Geldwäsche, Betrugs und Korruption angeklagt. Die Staatsanwältin betonte, dass die Angeklagten ein verschlungenes und ungewöhnliches finanzielles Konstrukt geschaffen hatten. Nur bei einem tiefen, globalen Blick sei es möglich, zu begreifen, was passiert sei, ergänzte de Falco Haldemann. Die Schweizer Behörden haben die 660 Millionen Schweizer Franken, die die Angeklagten auf Schweizer Konten gebunkert hatten, gesperrt.