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Von den strenger als früher regulierten EU-Zuwendungen aus Brüssel ist die Tschechische Republik mehr denn je betroffen. So müssen die tschechischen Landwirte mit weiteren Kürzungen aus dem EU-Haushalt rechnen, der Mittelböhmische Kreis hat bereits die Gewissheit, zirka 20 Millionen Euro für Straßenreparaturen und den Bau neuer Kindergärten nicht zu erhalten.

Die Europäische Kommission wird voraussichtlich in den nächsten Wochen über weitere Kürzungen bei den Subventionen für die Landwirtschaft entscheiden. Für die tschechischen Landwirte könnte das bedeuten, dass sie anstelle der erwarteten rund 40 Millionen Euro nur vier Fünftel von dieser Summe erhalten. Aus den Töpfen der EU werden vermutlich nur zirka 32 Millionen Euro in Tschechien ankommen, sagte Landwirtschafsminister Miroslav Toman am Montag nach dem Treffen mit seinen EU-Ministerkollegen in Brüssel. Die Europäische Kommission hatte unlängst vorgeschlagen, die Subventionen im Ressort Landwirtschaft aufgrund fehlender Finanzen zu kürzen.

Am Montag gab das Verwaltungsamt des Mittelböhmischen Kreises bekannt, die Aufträge für mehrere Bauprojekte aufgrund fehlender Gelder aufzuheben. Neben den 20 Millionen Euro, die der Kreis aus Brüssel nicht erhält, werde er auch keine weiteren Zuwendungen aus dem Regionalen Operationsprogramm (ROP) Severozápad (Nordwest) bekommen, sagte der stellvertretende Kreishauptmann Miloš Petera vor Journalisten. Das Ministerium für Regionalentwicklung in Prag hatte vor kurzem bereits angedeutet, dass der Mittelböhmische Kreis keine EU-Gelder aus diesem Programm erhalten könnte. Die Gründe dafür nannte das Ministerium allerdings nicht.