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In Tschechien fehlen nach Meinung der Rechtsexperten einheitliche Regeln für die Gewährung von Fördergeldern. Tschechische Gerichte und Behörden gehen im Unterschied zu den EU-Institutionen bei der Auslegung der Normen formalistisch vor, die europäische Auslegung ist jedoch übergeordnet. Tschechien droht, dass die EU die Auszahlung der EU-Fördergelder stoppt. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer eines Seminars zur Auslegung des Interessenskonfliktes. Das Seminar wurde von der Senatskommission veranstaltet, die die Audits der EU-Kommission bezüglich Premiers Andrej Babiš (Partei Ano) und der EU-Fördergelder für die Landwirtschaft auswertet. Die EU-Kommission kam zum Schluss, dass Babiš im Interessenskonflikt ist, auch weiterhin die Agrofert-Holding beherrscht und aus dem Grund die Firma keinen Anspruch auf die EU-Fördergelder hat. Der Premier wies dies wiederholt zurück.

Der Vorsitzende der Senatskommission, Zdeněk Nytra (Bürgerdemokraten), befürchtet, dass es sehr lange dauern wird, zu erreichen, dass tschechische Gerichte im Fall Babiš die Normen entsprechend auslegen. Der Leiter der tschechischen Zweigsteller der Transparency International, David Ondráčka, sagte, der Senat sollte trotzdem helfen, eine Lösung zu finden und eine Entscheidung mit dem Ziel zu treffen, die Schäden für Tschechien zu minimalisieren. Es drohe, so der Experte, dass Tschechien um Summen in Höhe von Milliarden Kronen kommen würde, falls sich die Informationen bestätigen, die in den Audits enthalten sind.