Jaromír Vejvoda (28. 3. 1902-13. 11. 1988)

Jaromír VejvodaJaromír Vejvoda Einer der Könige der tschechischen Blasmusik stammte aus einer der zahlreichen Musikantenfamilien, und somit war es nicht überraschend, dass er schon seit der Kindheit das Spiel verschiedener Musikinstrumente beherrschte. Als sechsjähriger das Geigenspiel, im Alter von 14 Jahren das Flügelhornspiel und ein Jahr danach begann er mit der Kapelle seines Vaters aufzutreten. Zbraslav mit seiner Umgebung war damals voll von Musikern mit dem Familiennamen Vejvoda, aber sie kannten sich oft nicht. Er musizierte zusammen mit seinem Vater, bis er zum 10. Regiment nach Brünn ging, wo er sein Talent weiter entwickelte. In 1924 übernahm er die Kapellmeisterschaft. Er spielte im Familienrestaurant “Start na Růžku” (wörtlich “Start am Eckchen”, heute “Škoda lásky” = “Schade um die Liebe”) auf dem Zbraslaver Hauptplatz oder im Hotel “U Vejvodů” (“Zu Vejvodas”), welches seinem Onkel gehörte. 1935 heiratete er Božena Zamrazilová, mit ihr zog er nach Vrané nad Vltavou um. Im Lokal seines Schwiegervaters half er in seiner freien Zeit aus. Dem Ehepaar wurden mit der Zeit drei Söhne geboren. In den Spuren seines Vaters geht meist Josef, der sich vor allem dem Jazz widmet, aber auch im Feld der Blasmusik ist er eine Größe.

Ich freue mich so auf ein Wiederseh'nIch freue mich so auf ein Wiederseh'n Vejvoda war nicht nur ein Interpret der alten Kompositionen, sondern auch allein komponierte er 47 Polkas, 19 Wiener Walzer, 9 Märsche, 3 Tangos, 1 Walzer und 1 Trauermarsch. Zur Aufzählung seiner Werke muss man noch den Tango My už to oba víme (Wir wissen es beide) einrechnen, auf dem beteiligte sich als Autor Ferdinand Kocourek, und der Marsch Abschied, der aus einem Volkslied modifiziert wurde. Die größte Berühmtheit hat er zweifellos mit dem Schlager Rosamunde aus dem Jahre 1927 erreicht, den alle bedeutenden Kapellen schon kurz nach seiner Entstehung übernahmen. Der Meister schätzte aber am meisten die Abschieds Polka. Die Kompositionen klangen am Anfang als Instrumentalmusik, bis auf Ich freue mich so auf ein Wiederseh'n, wo Vejvoda schon einen geschriebenen Text vertonte.

Während des Zweiten Weltkriegs griffen die Nazi-Zensoren in die Texte einiger seiner Kompositionen ein, aber es war jedoch nichts im Vergleich zu den Kommunisten nach 1948, die sie mitleidlos, und oft ohne sein Wissen, überarbeiteten. Jede Erwähnung Gottes oder pessimistische Wörter wurden ausgestrichen. Überdies durfte Vejvoda nicht weiter sein Musikergewerbe führen. Das Regime ermöglichte ihm, als Ersatzteillagermeister in ČKD Modřany tätig zu werden. Sein Hoftexter Vašek Zeman emigrierte zum Schluss nach Kanada. Seine Stelle nahm ein nicht weniger tüchtiger Ladislav Jacura ein. Nach der politischen Auflösung in den 1960er Jahren konnte sich Vejvoda wieder der Musik als Dirigent der Zbraslavanka-Kapelle voll widmen. Er durfte sogar die Landsleute in Wien erfreuen, wohin er zum letzten Mal in 1972 fuhr. Wie so oft, die offiziellen Würdigungen kamen erst am Abend seines Lebens. In 1981 übernahm er den Goldenen Löwen (Radio- und Fernsehpreis) von Radio Luxembourg und ZDF in Dortmund. Im kommenden Jahr wurde ihm der Titel Verdienter Künstler verliehen. Sein ganzes Leben bewegte er sich zwischen Vrané nad Vltavou (1935-1961), Modřany (1961-1968) und Zbraslav, wo er seine Kindheit, ein Teil der Jugendzeit und die letzten zwanzig Jahre vor dem Tod verbrachte. Dort wurde er auch beerdigt, auf dem Friedhof an der Galluskirche.

Rosamunde:

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